Blog 26/2017

Blog-26/2017

Da war es, das fast perfekte Rennen. Ligafinale am Schluchsee. Mit einer würdigen Strecke, die die vorherigen Rennen wie Kindergeburtstage aussehen liess. Mit fast perfekten äußeren Bedingungen.

 

 

Doch der Reihe nach. Was in der Vorwoche schon Probleme bereitete, war das Navi des neuen Autos. Also hieß es Montag wieder in die Werkstatt. Dort dann die Info, das komplette Infotainmentsystem wird getauscht, das Auto muss auch den Dienstag im Service bleiben. Na toll, somit war meine Wochenplanung über den Haufen geworfen und ich musste einen Tag "Zwangsurlaub" nehmen. Den habe ich dann nach Absprache voll zum Training genutzt. Es lief traumhaft.

 

Mittwoch und Donnerstag ging dafür dann gar nichts. Ich hangelte mich von Stau zu Stau um zu meinen Kunden zu kommen. Abends war ich komplett platt. Witzige Anekdote am Rande, ich suchte einen Kunden in einem Gewerbegebiet in Karlsruhe und landete versehentlich bei einer meiner Lieblingsbands "Saltatio Mortis" im Proberaum. Die waren zwar persönlich nicht da, aber ich hab mich königlich ob des ungewollten Zufalls amüsiert.

 

Freitag dann noch eine kurze Vorbelastung auf dem Rad ehe es Samstag morgen an den Schluchsee ging. Das Ligafinale stand an und für mich ein bisschen die Generalprobe für den Ostseeman. Mental wurde ich von meinem Papa unterstützt, der extra anreiste, was mich sehr gefreut hat. Wir Lemminge waren dieses Mal eine noch größere Truppe als sonst, da noch einige Sportskameraden die in den Ligateams keinen Platz bekamen, bei den Jedermänner starteten.

 

Wir Senioren hatten ausreichend Zeit die anderen Ligen beim Schwimmen zu beobachten, 2 Runden a 750 m mit kurzen Landgang stand auf der Speisekarte. Kurz nach 14 Uhr ging es für uns endlich los. Der See war recht angenehm mit 19 Grad, ergo war dieses Mal auch der Neo erlaubt. Teamcoach Jürgen appellierte noch kurz zuvor an meine Konzentration, damit mir nicht wieder so ein Malheur passiert. Es lief gut und flüssig. Es war allerdings etwas wellig durch auffrischenden Wind und diverse Boote. Auch hier ein kleiner Wink Richtung Ostseeman. Ich hatte wieder die Strategie 200 m Vollgas und Wasserschatten suchen. Das klappte auch gut und ich kam im Mittelfeld aus dem See.

 

Der Weg in die Wechselzone war weit und sehr steil. Alles klappte prima, auch meinen Teamkollege Frank traf ich dort. Die folgenden 36 km auf 2 Runden verteilt, wiesen etliche Schwarzwaldhöhenmeter aus.   Ich bin meinen Rhythmus gefahren, konnte Boden gut machen, Frank war sogar noch einen Tick schneller unterwegs. Wie motiviert wir 4 waren, zeigten unsere Räder, waren wir doch fast alle mit Scheibe unterwegs. Es ging noch um Platz 3 in der Gesamtteamwertung.

 

In den Abfahrten bin ich kein Risiko eingegangen und konnte dann einen schnellen Wechsel in die Laufschuhe absolvieren. Nach 500 m hatte ich den Teamkollegen auch wieder eingesammelt. Ich bin einfach losgehämmert, ohne Rücksicht auf Verluste. Die knapp 10 km wurden auf 4 Runden mit knapp 300 hm verteilt. Ganz schön knackig. Bei Halbzeit war auch eine steile Rampe, die ich aber gut bewältigen konnte. Es war schnell und mir ging es echt gut, klar Leiden musste ich schon. Aber ich habe wieder mit mir den Dialog geführt und mich angefeuert. Im Ziel war ich mausetot, aber mit der 4. schnellsten Laufzeit des Tages. Obwohl es für mich echt super lief, reichte es "nur" zum 12. Rang im Tagesklassement. Kapitän Matthias ist ziemlich gleich schnell Rad gefahren und gelaufen, dafür 4 min schneller geschwommen, was für ihn zum 4. reichte. Wahnsinnsleistung. Aber das hat er ja beim Ostseeman vor 2 Jahren gezeigt, das er es drauf hat und 7. wurde

 

In der Gesamtteamwertung hat es für uns aufs Stockerl und Platz 3 gereicht. Ich bin in der Gesamteinzelwertung auf dem 10. Rang. Wenn mir das einer vor einem halben Jahr gesagt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt. Klar, nach ganz oben ist noch Luft, insbesondere im Schwimmen. Aber ich hab Blut geleckt und soviel Spaß bei den Karlsruher Lemmingen, so dass ich nächstes Jahr voll angreife! Geile Truppe jedenfalls.

 

Nach einer sehr kurzen Nacht, konnte ab 5.45 nicht mehr weiterschlafen, bin ich dann heute nochmals los und hab meine Beine endgültig abgeschossen. Etwas mehr als 100 km in der geplanten Pace und Koppellauf. Jetzt reichts dann auch für diese Woche. Morgen steht dann leider erstmal nochmals Zahnarzt an und eine harte Woche, bevor dann mit meinem Einsatz beim Megathlon die harte Trainingsvorbereitung abgeschlossen und die Taperingphase eingeläutet.

 

Ich wünsche euch allen einen tollen Abschluss, haut nochmals richtig rein. Liebe Grüße, euer Alex

 

 

 

 

 

 

 

Hallo liebe Ostseeman Community,

 

mein Name ist Alexander Gajo, 40 Jahre alt und ich blogge für Euch meine Vorbereitung zu meiner Langdistanzpremiere beim Ostseeman 2017.

 

Triathlon betreibe ich erst seit 2012, bisher einige Sprint-, Olympische- und Mitteldistanzen. Zuvor habe ich schon intensiv Radrennsport betrieben und bin Lizenzrennen, mehrmals Tourtransalp und diverse Radmarathons gefahren. Ich lebe am Rande des Schwarzwaldes in Nagold, bin in der Radbranche tätig und bin über einen Trainingskollegen auf den Ostseeman aufmerksam geworden. Er hat mir wärmstens nahelegt hier meine Langdistanzpremiere zu feiern, da sowohl Strecke als auch die familiäre Atmosphäre vom Feinsten sind. Was ich in meiner Vorbereitung erlebe und wie es dazu kam Triathlet zu werden, was mich antreibt, erfahrt Ihr liebe Leser in meinem Blog zum Ostseeman 2017. Ich freue mich darauf.