Blog18/19/20 2017

Der Countdownzähler auf der Startseite tickt unaufhörlich runter. Verschiedenste Gefühle machen sich dabei breit. Vorfreude das es bald losgeht. Zweifel ob ich ausreichend trainiert bin oder ob ich zu früh den Peak erreiche. War doch in der Vergangenheit oft der Peak jetzt Anfang Juni zu erreichen für TourTransalp, Peakbreak oder Radmarathons.

Die Woche hat auch eines wieder gezeigt - der Körper funktioniert nicht nach Plan und der Kopf schon zweimal nicht. 40-45 h pro Woche Arbeit und halb soviel Trainingsstunden on top kann klappen, aber eben nicht immer. Grundsätzlich wollte ich die Umfänge diese Woche reduzieren und dafür lieber etwas Intensitäten in den Ablauf bauen.

So hatte ich mir ein Abendrennen als Kriterium und einen schweren 10 km Lauf ausgesucht. Doch zuerst ging es Dienstag nach zweiwöchiger Schwimmabstinenz wieder ins Nass. Ich hab hier den Ball flach gehalten, da ich leider immer noch nicht beschwerdefrei bin. Es fühlte sich auch eher nach erstem Mal schwimmen an. Aus Bleiente wurde Senkblei. Die permanent an mir vorüberziehenden anderen Schwimmer brachten meinen Gemütszustand auf den Tiefpunkt.

Ich hab derzeit keine Ahnung wie ich das in der Ostsee überleben will. Da half es auch nur wenig, dass Triathlonprofi Michael Göhner spontan mit Sailfish ein Neotestschwimmen angeboten hat. Ich habe zwar einen Neo, wollte trotzdem mal schauen was es da so gibt und probierte 2 Anzüge. Michael hat mir dann noch ein paar Tips mit auf den Weg gegeben.

Wir kennen uns seit einigen Jahren flüchtig, als ich noch bei Lightweight arbeitete und wir ihn ausstatteten. Netter Kerl, drücke ihm die Daumen das er nach zweijähriger Verletzungspause nochmals auf der Langdistanz angreifen kann. Mittwoch war ich geschäftlich am Hochrhein unterwegs und bin dann das Abendrennen in Bad Säckingen gefahren. Das ganze ist ein Trainingsrennen das als Kriterium gefahren wird. Es gewinnt nicht der, der als erster über den Zielstrich fährt, sondern wer bei den Wertungen unterwegs die meisten Punkte ergattert. 50 km auf einer 1 km Runde - Drehwurm inklusive.

Das Rennen ist für alle offen, so tummeln sich Lizenzfahrer aus allen Klassen, Jedermänner, manchmal gar MTB-Profis und sogar Triathleten aus dem Nationalkader wurden dort schon gesichtet. Nach kurzem Aufwärmen ging's los. Die ersten 3 Runden war gleich mal Alarm. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, zeigt hohes Tempo, wurde gebolzt was ging. Dann kam wieder Ruhe rein bis die nächsten Attacken kurz vor der Wertungsrunde vorgetragen wurden. Ich hielt mich wacker im Feld, wurde aber mal schön angeraunzt, als ich vor den Kurven wieder leicht die Bremse betätigte - Mensch Junge, lass laufen.

Mit zunehmender Renndauer besserte sich das Kurvenfahren, ich traute mir mehr zu und verlor vielleicht noch 1 m statt vorher 5. In Runde 42 habe ich es dann auch mit einer Attacke probiert. Erst kam ich auch weg, einige andere Fahrer sprangen hinterher, aber keiner wollte mit dem anderen Arbeiten, so dass uns das Feld schnell wieder kassierte.

Am Ende stand eine schnelle Tempoeinheit mit 43,5 km/h im Trainingstagebuch. Samstag wollte ich nochmals einen Zehner laufen. In Dusslingen bei Tübingen war ich vor 5 Jahren bereits auf der 5 km siegreich. Auch dieses Mal sollte es ein gutes Pflaster für mich sein. 10,3 km mit ordentlich Höhenmeter und tropischen Bedingungen.

Es war unglaublich schwül und der Himmel schwarz, sodass jederzeit ein Gewitter losgehen konnte. Ich bin verhalten los und steigerte am ersten Anstieg kontinuierlich das Tempo. Bergab habe ich mir immer wieder gesagt, langer Schritt. Es lief echt ordentlich. Bis km 7 lag ich an Position 8. Dann kam der erste Läufer von hinten. Einige sollten noch folgen, obwohl ich mein Tempo halten konnte. Die hatten dann wohl die größeren Kraftreserven. Mit einer Zeit von 40:28 und einem 12. Gesamtplatz bin ich superzufrieden.

 

Mittags hatte ich mich noch riesig für meinen Coach Julian gefreut, der bei der Challenge Samorin einen hervorragenden 8. Platz hinter Kienle, Sanders und Konsorten belegte. Nun werden wir uns Zusammensetzen und die heisse Phase für den Ostseeman einläuten.

 

Ich wünsche euch noch tolle Pfingsten, lasst es euch gut gehen - der Alex

19/ 2017

 

Der Sommer ist da! Die Folgen des sprunghaften Anstiegs des Thermometer bekam ich dieses Wochenende zu spüren.

Leider hat sich meine Schulter nicht wirklich gebessert, sodass das Schwimmtraining obsolet ist. Mit Wärme, Salbe und Mobilisierungsübungen habe ich kleine Fortschritte erzielt, beschwerdefrei bin ich noch nicht. Ich hoffe der Physiotherapeut in der Nachbarschaft hat nächste Woche einen Termin für mich frei

 

Durch den Feiertag diese Woche hat mein Coach an der Umfangsschraube gedreht, Schwerpunkt Rad. Aber auch beim Laufen müssen wir noch was machen, so sein Kommentar. Ergo bin ich am Donnerstag nicht mit Bollerwagen, sondern mit meiner Ballermaschine los und bin Anstiege im Schwarzwald mit ordentlich Zug hochgefahren. Belohnt habe ich mich nach dem 4. Intervall mit einer Cola. Hm das tut dann so gut.

 Während den Intervallen habe ich mich mit der Nahrungsaufnahme unter Belastung beschäftigt. Langsam sollte ich mich mit solchen Details beschäftigen, schließlich sind es noch etwas mehr als 70 Tage bis zum Start in Glücksburg. Also tapfer alle 20 min Riegel oder Gel reindrücken und schauen wie der Körper, insbesondere der Magen mitmacht. Bei dem Riegel habe ich mich beim Kauen fast verschluckt, was einen kurzen Hustenanfall hervorrief. Nun bleibt die Frage 10-11 h nur Gels? Wenn ich nur daran denke wird mir schon anders. Ich werde mir von den erfahrenen Langdistanzfinishern in meinem Umfeld noch die ein oder andere Info einholen.

Freitags die erste Einheit mal ganz anders. Auf dem Plan stand mein "Heissgeliebtes" Stabitraining. Da die Tochter meiner Lebenspartnerin, 9 Jahre, mir seit gewisser Zeit in den Ohren lag doch mal ein Zirkeltraining zu veranstalten, setzten wir das im Garten um. So wurde unter anderem das Trampolin als eine Station beschlagnahmt oder diverse Spielzeuge dienten als Hütchen für Sprungläufe. Es war heiß und anstrengend, 40 sek Belastung und 20 sek für die nächste Station. Beim Trampolin springen konnte ich mir selbst ein fettes Grinsen nicht verkneifen, Mann ist doch manchmal Kind. Sie hatte jedenfalls ihre Freude

 

Ich offene Füße, da ich die Sprungläufe barfuß in Angriff nahm. Selber schuld. Samstag zog dann der Sommer ein, erstmals wurde die 30 Grad Marke geknackt. Für mich sollte einer der härtesten Tage in 20 Jahren Leistungssport folgen. Am Morgen pilgerte ich in Tübingen auf die Bahn. 8x1000 m im 4 min Schnitt standen im Plan. Die liefen auch wie geschmiert. Nie über der Schwelle, aber motorisch gibt es leider noch Verbesserungsbedarf. Sprich konditionell hätte ich zulegen können, aber meine Beine nicht. Da wir abends Grillen wollten, war ich zeitlich limitiert und konnte kaum Pause einlegen. Also ab auf mein Argon 18 und 100 km runterspulen. Die Beine waren hinüber, die Hitze tat ihr Übriges. Zweimal musste ich an Brunnen bzw Wassersprenger einen Halt einlegen und mich abkühlen, Bidons wieder auffüllen. Selten habe ich auf einer flachen Strecke so sehr gelitten. Jede Kurbelumdrehung quittierte der Körper mit Schmerzen und wurde zur Qual. Erinnerungen an meine 3 Tour Transalps wurden wach. Am Abend war ich dann zwiegespalten. Einerseits habe ich das Grillen im Kreise meiner Lieben sehr genossen. Andererseits standen für Sonntag 5 h im Plan.

Nach einer recht bescheidenen Nacht in der überhitzten Dachwohnung war ich wie gerädert. Entsprechend lief die erste Stunde. Beine nur Schrott. Mit zunehmender Fahrtdauer besserte sich mein Zustand. Ich hab dann aus der Einheit gleich noch eine kleine Mentaleinheit gemacht. Kleine Zwischenziele gesetzt, versucht die negativen Gedanken zur Seite zu schieben. Für eine Langdistanz meiner Meinung nach sehr wichtig auch dieses zu üben. Die Krisen werden unweigerlich kommen, die Frage ist, wie geht man damit um.

 

Heute dann weil es so schön war gleich nochmals gegrillt und die Speicher mit Gemüse, Salat und Wurst gefüllt. Vorher noch die letzte Giro d'Italia Etappe angeschaut, waren doch 4 Fahrer nach 3 Wochen bzw 90 Stunden Fahrtzeit innerhalb 1 Minute. Schon verrückt, das muss man sich mal vorstellen. Für den Sieger der Rundfahrt, Tom Dumoulin, habe ich mich dann auch sehr gefreut. Bescheidener Sympathieträger.

 

Kommende Woche werde ich vermehrt geschäftlich wieder unterwegs sein, sprich Qualität wird wieder vor Quantität gestellt. Ich freue mich jetzt erstmal auf etwas Erholung und hoffe wieder beim schwimmen angreifen zu können.

Genießt weiterhin den Sonnenschein.

Gutes Training wünscht euch Alex Von meinem iPhone gesendet

Blog-18/2017

Training bescheiden - Wettkampf super. So die Kurzfassung. Wir hatten ja Ruhe die Woche eingeplant, um frisch beim Ligastart in Neckarsulm heute zu stehen. Tatsächlich wurde es eine Woche gänzlich ohne Schwimmtraining und nur je 2 Lauf- und Radeinheiten. Was war passiert?

 

Am Mittwoch sollte ich endlich mein eigentliches Dienstfahrzeug bekommen. Also vor Rückgabe des Mietautos stand noch putzen des selbigen an. Beim staubsaugen ist es dann passiert, eine blöde Bewegung und ich hatte mir einen Nerv im Genick/Schulterbereich eingeklemmt und die umliegende Muskulatur machte komplett zu. Arm heben quittierte mein Körper mit ganz viel Aua. Etwas Frust und leichte Panik waren die Begleiterscheinungen. Entsprechend habe ich das Training ausgesetzt oder gekürzt. Freitag war ich dann beim Doc, was etwas Besserung brachte. Gänzlich weg waren die Schmerzen nicht.

 

Heute Teil 2 der Seniorenliga. Dachte ich, die Strecke des ersten Rennens war schwer, musste ich mich schnell eines Besseren belehren lassen. Das Wetter war nach der durchwachsenen Woche gut, 20 Grad, sonnig mit leichtem Wind. Zuerst galt es den Schwimmpart in einem Hallenbad zu absolvieren. Da ich einer der ersten Starter war, es wurde im Jagstartmodus alle 15 sek einer in die Fluten entlassen, wurde ich von nachfolgenden Schwimmer überholt. Na toll, fängt ja gut an. Die Schulter blieb Schmerzfrei, der Kopf ließ sich gut drehen. Nach einem mittelmäßigen Wechsel, ging es auf die Radrunde, die 4x a 5 km den Alex bis kurz vor dem explodieren brachte, aber nur fast. Es ging entweder hoch oder nur runter. Der Weinberg hatte öfter auch zweistellige Prozente zu bieten, für die schöne Landschaft blieb heute kein Blick. Hohe Konzentation war gefragt, da etliche Teilnehmer zu überrunden waren, es waren noch Starter aus anderen Ligen ebenfalls auf den sehr engen Wegen unterwegs. Ich bin stur meinen Rhythmus gefahren und konnte verlorenen Boden wieder gutmachen. Verhindern konnte ich nicht, dass zwei bärenstarke Fahrer an mir wirklich vorbeirauschten - Respekt, so schnell hätte ich auch gerne gedrückt. Mit der 6. schnellsten Radzeit bin ich aber super zufrieden.

 

Der Laufpart das Gleiche in Grün, rauf in den Weinberg und wieder runter. In der ersten Runde hatte ich massiv Probleme mit der Atmung, ich dachte der Einteiler schnürt mich ab. Später wurde es besser und in den letzten beiden Runden merkte ich, die anderen bauen ab. So konnte ich noch etwas zulegen und kam völlig planiert im Ziel an. Dort die Überraschung, nach dem wieder schlechten Schwimmen hatte es doch für Platz 9 gereicht, in der Teamwertung sogar für Platz 2. Ich bin super Happy, so darf es weitergehen. Die nächste Woche sieht das Wetter gut aus, Feiertag inklusive, da werden wieder ein paar lange Radeinheiten auf mich zukommen-da freue ich mich jetzt schon. Toll war es auch viele bekannte Gesichter zu sehen, Leidensgefährten aus anderen Wettkämpfen, TourTransalp oder der Mitteldistanz in Malterdingen.

 

Hey Leute, genießt das Wetter und gebt Gas beim Training-habe die Ehre, Alex

 

 

 

 

 

Hallo liebe Ostseeman Community,

 

mein Name ist Alexander Gajo, 40 Jahre alt und ich blogge für Euch meine Vorbereitung zu meiner Langdistanzpremiere beim Ostseeman 2017.

 

Triathlon betreibe ich erst seit 2012, bisher einige Sprint-, Olympische- und Mitteldistanzen. Zuvor habe ich schon intensiv Radrennsport betrieben und bin Lizenzrennen, mehrmals Tourtransalp und diverse Radmarathons gefahren. Ich lebe am Rande des Schwarzwaldes in Nagold, bin in der Radbranche tätig und bin über einen Trainingskollegen auf den Ostseeman aufmerksam geworden. Er hat mir wärmstens nahelegt hier meine Langdistanzpremiere zu feiern, da sowohl Strecke als auch die familiäre Atmosphäre vom Feinsten sind. Was ich in meiner Vorbereitung erlebe und wie es dazu kam Triathlet zu werden, was mich antreibt, erfahrt Ihr liebe Leser in meinem Blog zum Ostseeman 2017. Ich freue mich darauf.