Blog 05/2017

Blog-05/2017

Allzuviel kann ich von meinem Training diese Woche nicht erzählen. Stand doch die Einarbeitung in meinem neuen Job an, was wirklich gefordert hat.

 

Wir haben um die 40 Marken im Programm, zu jeder habe ich Infos bekommen. So war ich zweimal laufen, einmal sogar richtig schön Tempo gebolzt und meine Hüfte macht keine Probleme mehr. Am Wochenende zwei kürzere Ausfahrten mit Freunden in meiner alten Heimat am Bodensee. Zwischendrin noch Wohnungsbesichtigung, die ich nun letztlich auch bekommen habe. So bin ich ab März in einem Teilort von Tübingen und habe nun perfekte Trainingsbedingungen mit Bädern, Leichtathletikbahn und ausreichend Radtrainingsstrecken, flach durchs Neckartal oder an die Nahe Schwäbische Alb wenns bergig werden soll. Im Großen und Ganzen bin ich aber gut platt, durch die vielen neuen Eindrücke und Infos. Auch die nächsten Wochen muß ich erstmal schauen, wie sich alles einspielt. Plus Umzug will auch noch bewältigt werden. Sobald das alles durch ist, heißt es nur noch, arbeiten und trainieren.

 

Ich nutze also den Blog diese Woche, um euch meinen sportlichen Werdegang und was mich antreibt, näher zu bringen. In frühester Kindheit/Jugend habe ich Fußball und Handball gespielt, bin ins Leichtathletik gegangen und war lange im DLRG zum schwimmen. Es hat sich dann rauskristallisiert, das ich bis zu einem gewissen Grad auf der Mittelstrecke talentiert war und habe bis 17 Jahre das auch sehr intensiv betrieben. Leider zerfiel nach dem Weggang des Trainers unsere Gruppe und die Versuchung zum Party machen, war einfach größer. Ich habe zwar noch einige Jahre im DLRG weitergemacht, allerdings nie so richtig Kraulschwimmen gelernt. Nach einigen Jahren ohne Sport, wurde ich im Betrieb angesprochen, bei der Betriebssportgruppe doch mitzukicken. Warum nicht, dachte ich mir. Prombt hatte ich im Nachgang höllische Schmerzen und der Orthopäde schickte mich zu einem Kollegen zur Athroskopie mit Verdacht Meniskus. Leider stellte es sich als Knorpelschaden hinter der Kniescheibe heraus. Die OP war ambulant und ich hatte hinterher nur Theater. Dann hörte ich von einer anderen Azubine, dass es an der Uniklinik Freiburg eine Knorpelsprechstunde gibt. Dort bekam ich die Diagnose Schienbeinschiefstand und Knorpelschaden und man wolle eine neue Methode ausprobieren. Hier entnimmt man Knorpel, züchtet in im Glas und pflanzt ihn wieder ein, an der defekten Stelle. So wurde ich 3 Tage nach dem Millenium der Knorpel entnommen und sollte ca. 10 Wochen später wieder eingesetzt werden. Leider hat das nicht geklappt, ich bekam eine andere OP, bei der ich mir dann auch noch einen fiesen Staphylokokkeninfekt einfing, der mich zu weiteren OPs und Behandlung nötigte. Die geplante Reha musste auch entfallen. Einer der Ärzte brachte dann den Hammerspruch, als ich bezüglich der späteren Belastbarkeit Fragen hatte und wissen wollte, ob ich noch laufen gehen kann. "Seien sie froh, wenn sie gehen können, ein künstliches Gelenk wird sicher bald Thema sein". Ich war bedient. Im Anschluß musste ich fast ein Jahr auf den Rehatermin warten. Mir wurde geraten, in der Zwischenzeit leichtes Radfahren begleitend zur Physio einzusetzen. So kam es, dass ich mir dann gleich ein Rennrad für stolze 1.500 DM kaufte. Wohl auch aus brüderlichem Konkurrenzkampf, da selbiger bereits Rennrad und MTB fuhr. Normales Radeln wäre mir auch zu langweilig gewesen :-)

 

Die nächsten Jahre hatte sich das ganze intensiviert, schnell fuhr ich Ötztaler, Lizenzrennen und Deutschlandtour der Jedermänner. Vor 6-7 Jahren habe ich mir dann irgendwann gedacht, ich könnte es ja nochmals mit dem Laufen probieren. Wenn's weh tut, lässt es wieder. So hab ich im ein oder anderen Wintertraining meine Radeinheiten mit einem Koppellauf verlängert. Durch meinen Job in Fahrradbranche kam ich auch immer mehr mit Triathleten in Kontakt. Als im Frühjahr 2012 nach einem tollen Trainingslager ein Sturz mit angebrochener Hand die Form jäh zu schmälern drohte, meldete ich mich umgehend zu meinem ersten Lauf an. 10 km schaffste. So wie ich halt der Wettkämpfer bin, habe ich mich wie im Radrennen verhalten, also erste Reihe aufstellen und dann gleich mit der Spitze mit. Natürlich konnte ich nicht mithalten, brachte aber doch respektable 44 min zustande. Einige Wochen später nachdem die Schiene runter war, probierte ich mich an meinem ersten Triathlon, einer Sprintdistanz in Calw. Von den Cracks wie Julian Mutterer noch Tips geholt, ging es los. Klar, die 500 m bin ich erstmal Brust geschwommen. Auf dem bergigen Radkurs dann volles Rohr gefahren, um dann feststellen zu müssen, das ich so auf der Laufstrecke eingehe. Aber ich hatte Blut geleckt.

 

Die Krönung soll nun die erste Langdistanz beim Ostseeman sein. Was mich dabei bewegt das zu probieren, ist einfach. Ich habe gesagt bekommen, was alles nicht mehr geht. Ich will andere Sportler ermutigen, sich nicht durch Grenzen aufhalten zu lassen. Klar, manchmal geht es medizinisch wirklich nicht mehr. Auch ich muß das Lauftraining dosieren, kann nicht 50 oder mehr Kilometer die Woche fressen. Aber hey, wo ein Wille, da ein Weg. Lasst euch nicht erzählen, ihr könnt das nicht. Auch bin ich noch lange nicht im Ziel des Ostseeman. Das Schöne ist doch jetzt die Reise dorthin und dann jeden Kilometer genießen, Körper und Geist in Einklang bringen um die Leistung zu erbringen. Vor 17 Jahren war das unvorstellbar für mich, jetzt rückt das Unmögliche immer näher. Wenn ihr Fragen habt, zum Thema Knorpelschaden oder auch anderes, nur zu. Ich freue mich über eine rege Diskussion.

 

Trainiert gut - habe die Ehre, Alex

 

 

 

 

 

Hallo liebe Ostseeman Community,

 

mein Name ist Alexander Gajo, 40 Jahre alt und ich blogge für Euch meine Vorbereitung zu meiner Langdistanzpremiere beim Ostseeman 2017.

 

Triathlon betreibe ich erst seit 2012, bisher einige Sprint-, Olympische- und Mitteldistanzen. Zuvor habe ich schon intensiv Radrennsport betrieben und bin Lizenzrennen, mehrmals Tourtransalp und diverse Radmarathons gefahren. Ich lebe am Rande des Schwarzwaldes in Nagold, bin in der Radbranche tätig und bin über einen Trainingskollegen auf den Ostseeman aufmerksam geworden. Er hat mir wärmstens nahelegt hier meine Langdistanzpremiere zu feiern, da sowohl Strecke als auch die familiäre Atmosphäre vom Feinsten sind. Was ich in meiner Vorbereitung erlebe und wie es dazu kam Triathlet zu werden, was mich antreibt, erfahrt Ihr liebe Leser in meinem Blog zum Ostseeman 2017. Ich freue mich darauf.