Blog 02/2017

Blog-02/2017

Was für eine Woche! Montag legte ich gut motiviert los, nachdem ich die Info bekam als Nachrücker den Blog zu schreiben.

Natürlich habe ich mich riesig gefreut. Vor dem Einschlafen lag ich dann da und grübelte. 6 lange Monate noch, am liebsten hätte ich morgen Rennstart, ach ne lieber doch nicht, erst mal trainieren. Leise Zweifel mischten sich auch drunter; mach ich mir jetzt nicht doch ein wenig zusätzlichen  und unnötigen Druck? Andererseits hatte ich von meinen Vorgängern ja auch gelesen, dass das Blogschreiben bzw. die Kommunikation mit Euch Lesern in der Vorbereitung dann pushen. Ich denke, das ist wie im Wettkampf. Zweifel dürfen sein, man muss sich dann aber Lösungen erarbeiten und sich nicht von den Zweifeln runter ziehen lassen, den zu viel Zweifel führt zu Ängsten - und Ängste und Versagen sind die dunkle Seite der Macht. Optimistisch stimmte mich ein erster kleiner Schwimmtest vergangenen Samstag über die 3,8 km. Eine solche Distanz hatte ich bisher nicht bewältigt, Schwimmen war ja bisher eher die lästige erste Disziplin. Da ich mir aber bewusst bin, dass ich mit dieser Einstellung auf einer Langdistanz fehl am Platze bin, arbeite ich jetzt 3 mal die Woche konsequent und inzwischen auch mit Spaß. Fisch werde ich definitiv keiner mehr, aber ich möchte es mir erträglich machen und nicht völlig erschöpft am 6.8. aus der Ostsee waten.

Die zweite Einheit am Montag war ein Lauf. Leider plagen mich seit einigen Wochen etwas Hüftprobleme, nachdem ich vor Weihnachten mich mit dem Rad mal wieder so richtig schön auf die Fratz gelegt habe. Reifglätte ist echt was tückisches. Die Prellung heilte soweit auch gut ab, seit aber Schnee liegt habe ich komischerweise nach 6-7 km Schmerzen. Ich werde diese Woche mal einen Physiotherapeuten aufsuchen. Arzttermin 3 Wochen Wartezeit….Die Probleme ließen sich bisher auch nicht mit Wärmebehandlung, Blackroll und Dehnen beheben, sind wohl aber muskulärer Natur. Das Malheur zog sich dann auch in den anderen beiden Läufen  die Woche durch, nie wirklich schlimm, aber nervig. Eine Umfangssteigerung ist derzeit nicht drin. Ich mache mir keine Sorgen, sind noch 6 Monate und es wird immer kleine Rückschläge geben. Mit der Brechstange wäre ich jetzt schlecht beraten, Ruhe bewahren und ggf. nochmals ein paar Tage Laufpause.

Derzeit befinde ich mich sowohl privat als auch beruflich in einer Umorientierungsphase.  Dienstag reiste ich deshalb zu einem Vorstellungsgespräch nach Erfurt, was auch sehr gut verlief. Als ich dann wieder ins Auto stieg meldete sich der Reifendruckassistent. Vorne rechts war deutlich weniger Luft drin. Verdammt! Ich überlegte erst den ADAC zu rufen, entschloss mich aber doch erst mal ein paar Meter zu fahren und fand dann eine Werkstatt, die mir sehr hilfsbereit zu einem mehr als humanen Stundenlohn, erst den alten Reifen checkten, dann einen neuen organisierten und diesen montierten. Bis ich dann daheim war, war es nach 21 Uhr und ich erledigt. Die Rolleneinheit war nicht mehr drin. Mittwoch ging es weiter, noch ein Bewerbungsgespräch, zwar in der Nähe, aber ging knapp 3 h und ich war mental komplett ausgelaugt. So gelang es mir erst Donnerstag wieder zu trainieren, wieder laufen und schwimmen. Am Freitag habe ich mir dann richtig eingeschenkt, kurz und knackig eine HIIT Einheit auf der Rolle in die Schenkel gepresst, zum Aufwärmen noch brav meine ungeliebten Stabiübungen gemacht. VO²max in Form von 30 Sekunden Be- und 30 Sekunden Entlastung. Hm lecker, mal wieder Kupfergeschmack im Mund vom Laktat. Bei uns liegt derzeit noch Schnee und auf einen weiteren Sturz verzichte ich gerne. Deshalb kurz und knackig, statt lang und langsam.

Samstag war dann Vereinsschwimmtraining. Für mich ging’s wie immer ums nackte Überleben. Aber auch hier erste zaghafte Verbesserungen. Anschließend noch der lange Lauf, der dann leider keiner war, da ich auf Nummer sicher ging. Generell versuche ich immer gut auf meinen Körper zu hören und mache mehr Pausen, wenn nötig. So auch heute am Sonntag. Ich weiß ich habe bisher gut gearbeitet und wenn ich jetzt zu viel Gas gebe, ist spätestens im Mai die Luft raus. Dennoch hoffe ich, dass die nächsten 2 Wochen noch das Wetter mitmacht und ich die eine oder andere längere Radeinheit draußen fahren kann, denn über ein Trainingslager im Frühjahr brauche ich nicht nachzudenken, wenn ich einen neuen Job anfange.

Trainiert gut – habe die Ehre, Euer Alex

 

 

 

 

 

Hallo liebe Ostseeman Community,

 

mein Name ist Alexander Gajo, 40 Jahre alt und ich blogge für Euch meine Vorbereitung zu meiner Langdistanzpremiere beim Ostseeman 2017.

 

Triathlon betreibe ich erst seit 2012, bisher einige Sprint-, Olympische- und Mitteldistanzen. Zuvor habe ich schon intensiv Radrennsport betrieben und bin Lizenzrennen, mehrmals Tourtransalp und diverse Radmarathons gefahren. Ich lebe am Rande des Schwarzwaldes in Nagold, bin in der Radbranche tätig und bin über einen Trainingskollegen auf den Ostseeman aufmerksam geworden. Er hat mir wärmstens nahelegt hier meine Langdistanzpremiere zu feiern, da sowohl Strecke als auch die familiäre Atmosphäre vom Feinsten sind. Was ich in meiner Vorbereitung erlebe und wie es dazu kam Triathlet zu werden, was mich antreibt, erfahrt Ihr liebe Leser in meinem Blog zum Ostseeman 2017. Ich freue mich darauf.