Blog 35 - KW 34/2016

Mission Glück KW 34

Perspektivwechsel – Zeit für ein erweitertes Fazit/ Teil 2
„Manchmal muss man die Perspektive wechseln…“ (siehe Blog-Ende!)

 

Uff!

Ich bin platt, liebe Blogleser!

 „Platt, wie ´ne Marke“, pflegt meine kleine Schwester Annette zu sagen, wenn ihr so Einiges über den Kopf wächst.

In dieser Woche ist auch mir Einiges über den Kopf gewachsen, so sehr, dass ich mitunter ziemlich grantig war, sogar ungerecht zu denen, die mir am nächsten stehen. Der letztlich beschriebene „Reset-Modus“, der so sehr nach Entspannung klingt, bringt aber eine gewisse Perspektivlosigkeit mit sich, vor allem sportlich gesehen. Natürlich (das geht an mein wildes jugendliches ich) ist dies mal wieder ein Luxusproblem. Aber tatsächlich bin ich deutlich ausgeglichener mit einer durchdachten sportlichen Perspektive.

Dass ich so extrem platt bin, liegt aber nicht nur an einer durch und durch beanspruchenden Woche (beruflich und emotional – nicht sportlich!), sondern heute vor allem am heimischen Twistesee-Triathlon, bei dem ich seit einigen Jahren für meinen Verein die Perspektive wechsele und vom Sportler in die Organisatorenrolle schlüpfe. Dieser Perspektivwechsel ist aus meiner Sicht extrem wichtig, weil man so jeden Wettkampf, an dem man selbst als Sportler teilnimmt, noch viel mehr würdigt und die Arbeit von Orga-Team und Helfern mit anderen Augen sieht und wertschätzt. Unser Wettkampf fand bereits zum 34. Mal statt. Die Traditionsveranstaltung wird seit einigen Jahren von einem Familienunternehmen gewuppt. Unser Verein zeigt sich unterstützend verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Es gibt Teilverantwortliche für das Schwimmen, Radfahren, Laufen und für die Wechselzone. Ich war zuletzt und auch in diesem Jahr für die Laufstrecke zuständig. Also musste ich darauf achten, dass die Verpflegungsstellen gut bestückt sind, genug Helfer auf den Posten waren, dass alles markiert, mit Pfeilen und Kilometrierung versehen wurde und dass jeder wusste, was er zu tun hatte, vor allem wenn plötzlich massig Athleten die Strecke passierten. Von der insgesamt für mich recht überschaubaren Vorbereitung abgesehen, war es ein sowohl körperlicher als auch logistischer Kraftakt. Und da irgendwie immer Helfer fehlen, musste ich auch meine Töchter davon überzeugen, wie lustig es doch ist, bei 36 Grad im Schatten Schwämme und Eis zu verteilen. Ich bin stolz auf die beiden, sie machten das echt toll und ohne (wie sonst manchmal) zu murren. Auf jeden Fall ist es anstrengender als Mitmachen, wie ich finde. Hinter mir liegen zwei extrem schweißtreibende Tage. Manchmal kam dann ein kurzer warmer heftiger Schauer runter, um den Schweiß mit Sommerregen zu vermischen.

Umso mehr Respekt habe ich nach diesem Perspektivwechsel vor dem Organisationsteam des Ostseeman. Ich erinnere mich noch sehr gut an die erste Begegnung mit dem Herz des Teams in Glücksburg (ist ja jetzt auch noch nicht so lange her). Sie hatten mich und meine Familie zum Kennenlernen auf das noch nicht aufgebaute Eventgelände eingeladen. Es gab Kaffee und eine Riesenportion Herzlichkeit. Ich fragte, wie groß das Team wäre und erfuhr, dass es ähnlich überschaubar war wie das Team unseres Twistesee-Triathlons. Alle wirkten gut gelaunt, wenig gestresst und voller Vorfreude auf IHREN Glückstag. Einfach wunderbar! Ich weiß, dass mein Stresspegel heute mitunter eine nicht so ansehnliche Miene auf mein Gesicht gezaubert hat. In Glücksburg herrschte allerbeste Stimmung. Zumindest kam diese bei mir und meiner Familie an. Alle waren begeistert. Ich habe mich bisher auf keiner Veranstaltung so willkommen gefühlt, auch wenn ich schon auf vielen tollen Wettkämpfen war. Daran musste ich heute häufiger denken, wenn ich vergaß zu lächeln, zum Beispiel weil das Wasser an den Verpflegungsstellen knapp wurde.

Aber nicht nur das Organisationsteam strahlte diese Hingabe für den Ostseeman aus, sondern auch viele Einheimische, die vor und vor allem während des Wettkampfes immer wieder ihre Begeisterung und ihre Bewunderung für die „verrückten Athleten“ zum Ausdruck brachten. Besonders am Wettkampftag war ich sehr angetan von den Helfern an der Strecke. Egal ob die nette Würstchen-reichende Crew am Warberg oder die wirklich zauberhaft engagierten Menschen am Lauf-Wendepunkt: Alle waren auch zu meinen eher späten Passierzeiten noch gleichbleibend nett und zugewandt. Auf der Laufstrecke waren die von Renn-Partnerin Karoline und mir liebevoll getauften „Cola-Omis“ ein echtes Highlight. Sie feierten jedes neue Bändchen wie eine olympische Medaille. Ebenso cool waren die nimmer-müden Girls kurz vorm Campingplatz, die an Anfeuerungs-Ausdauer nicht zu toppen waren. Im Wechselzelt gab es das „rundum-sorglos-Paket“. Der Beutel wurde gereicht, die Sachen vorbereitet und Benutztes verpackt. Sogar beim Socken-anziehen wurde geholfen. Wann kann man das schon einmal behaupten? ☺

Und wenn man dann nach 14:40 Stunden vom Orgachef im Ziel mit den Worten: „Mädchen, ich habe den ganzen Tag auf dich gewartet“ geherzt wird, dann bleiben wohl keine Wünsche mehr offen (außer ein Bier, ein Bett und ein Massage-Boy ;-))

Auch aus der Zuschauerperspektive (das weiß ich aus sicherer Quelle) ist der Ostseeman ein sehr attraktiver Wettkampf. Meine Familie konnte sich über kurze Wege, eine unterhaltsame Atmosphäre und über beste Stimmung bis zum Schluss freuen. Einmal begegnete ich einem Teil meiner Familie auf Höhe des Campingplatzes. Es regnete wieder einmal und alle sahen aus wie begossene Pudel. Aber sie strahlten und hatten einen tollen Tag.

Ja, der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven ist immer wieder wichtig, um zu verstehen, zu schätzen und sich an solch einem Wettkampf zu erfreuen, selbst wenn es immer wieder aus Athletenperspektive schwere und harte Momente gab. Und gerade der heutige Blick hat wieder einmal meine Sinne dafür geschärft zu schätzen, was ich habe und erleben durfte. Als Athlet genieße ich gute Rahmenbedingungen. Dadurch dass ich wenigstens ein bis zwei Mal im Jahr die Perspektive wechsele, gebe ich zurück, was ich woanders bekomme. Und irgendwie veränderte sich auch die Sicht auf die Berg- und Talfahrt der letzten Woche und auf meine Unausgeglichenheit. Ich merke, dass es nun wirklich Zeit wird, das Fernglas richtig scharf zu stellen, um ein neues Ziel in den Blick zu nehmen. Und als heute der ein oder andere Athlet im Adrenalinwahn ziemlich unwirsch mit einigen Helfern umsprang, anstatt dankbar zu sein, dass diese ihren Sonntag opfern, um in brüllender Hitze den Sportlern einen guten Tag zu bescheren, nahm ich mir für mich vor, meine Unausgeglichenheit demnächst wieder in sportliche Aktivitäten umzuwandeln und nicht an Herzensmenschen auszulassen. Ich finde, das sind doch gute Vorsätze für die kommende, tatsächlich letzte Blogwoche (und natürlich auch darüber hinaus).

Der Sommer bäumt sich ein letztes Mal auf, bevor es endgültig in die „off-season“ geht. Und was soll ich sagen: Auf den Reset-Modus hab ich keinen Bock mehr!

Ich wünsche allen Lesern einen tollen, spätsommerlichen und positiv- gestimmten Wochenstart!

Bleibt (sowas von!) bewegt!

 

Eure Daniela

 

PS: „Manchmal muss man die Perspektive wechseln, um den Himmel zu sehen.“  ;-)

 

 

 

 

Die Bloggerin 2016 Daniela Pätsch stellt sich vor: 

 

Ich bin Daniela, vierzig Jahre alt und bereits im dreizehnten Jahr aktive Triathletin. Ich lebe mit meinen beiden Teenie-Töchtern Lucie und Sanja in Diemelstadt im tiefsten Norden Hessens, nicht gerade eine Triathlon-Hochburg, jedoch eine Gegend mit wunderbaren Trainingsmöglichkeiten.  

 

Ich arbeite als Sozialpädagogin in einem Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, langzeitarbeitlose junge Erwachsene zu motivieren, aus ihrem "Loch" herauszukrabbeln, sich aufzubäumen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, Motivation zu leben und aktiv umzusetzen. Ich zeige auf diese Weise, was es bedeutet, sich ein Ziel zu setzen und dafür zu kämpfen. Ich möchte für diese jungen Menschen und nicht zuletzt für meine Töchter ein aktives Vorbild sein, da dies häufig mehr Wirkung zeigt, als warme Worte zu formulieren.

Ich bin Triathletin aus Leidenschaft, sportlich relativ talentfrei aber stark im Kopf, Triathlon-Trainerin und Yoga-Lehrerin.

Der Ostseeman ist nach dem Ironman Frankfurt 2013 erst meine 2. Langdistanz. Ich starte sonst bevorzugt über die halbe Strecke. Am Ostseeman reizt mich das Schwimmen im Meer und die von einem Vereinskollegen wiederholt beschriebene familiäre Atmosphäre.

Mein Ziel ist wie bereits 2013 erfolgreich zu finishen und den Wettkampf zu genießen.

Bedeutsam für mich sind nicht die Zeiten oder der Vergleich mit anderen, sondern der tägliche Kampf gegen mich selbst und den inneren Schweinehund. Ich trainiere aus meiner Sicht möglichst effizient nach einem Plan, nutze die mir zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll, um so letztendlich am Wettkampftag mein Bestes geben zu können. Yoga und Meditation helfen mir, die Beweglichkeit in Körper und Geist zu stärken, zu bewahren und aus der Ruhe Kraft zu schöpfen.

Für mich war die erste Langdistanz eine abenteuerliche Reise und ein Weg, auf dem sich vieles geklärt hat. Ich habe mich im Nachhinein geärgert, dass ich die vielen abenteuerlichen, emotionalen und verrückten Momente nicht hinreichend schriftlich festgehalten habe. Daher freue ich mich  umso mehr, dass mir hier nun der Rahmen gegeben wird, dies nicht nur festzuhalten, sondern auch noch mit anderen zu teilen.

Die „Mission Glück“ als positive Sichtweise und gelebte Motivation! Ich freue mich über jeden, der mich auf diesem Weg begleiten möchte.